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Chronik

der Schützengesellschaft

Eurasburg

 

 

 

 

 

 

 

Die Schützengesellschaft Eurasburg wurde am 26. November 1864 gegründet und am 16. Dezember 1864 vom kgl. Bezirksamt München mit folgendem Schreiben genehmigt.

 

Die Vorstandschaft bestand aus folgenden drei Herren:

1. Schützenmeister : Matthias Maier

2. Schützenmeister : Anton Kling

Kassier : Koenigsbauer

 

Leider können die Gründungsmitglieder nicht mehr festgestellt werden. Es kann aber angenommen werden, daß folgende Herren, welche damals bereits der kgl. priv. Feuerschützengesellschaft Wolfratshausen angehört haben, die Eurasburger Schützengesellschaft mit aus der Taufe hoben.

1. Karl Freiherr von Beck, Schloßbesitzer von 1863 bis 1868

2. Joseph Gabriel, Verwalter

3. Matthias Maier, Oekonom

4. Johann Kuchler, Grasmüller

5. Johann Maier, Bauer von Berg

6. August Maier, Müllerssohn von Steingrub

 

 

Statuten der Zimmerstutzen-Schützengesellschaft Eurasburg 1864

 

 

 

 

Am 21. Mai 1880 wurden neue Statuten erlassen und folgende Paragraphen geändert:

§5) Die Aufnahmegebühr wurde auf zwei Mark und der Jahresbeitrag auf 1,50 Mark festgelegt.

Die Strafe bei Nichterscheinen zum Schießen wurde aufgehoben.

§6) Die Vorschrift, daß nach 20 Uhr keine Schützen mehr angenommen werden, wurde gestrichen.

§7) Die Kranzl werden durch die Gesellschaft gekauft und jedes Mitglied hat dafür einen Jahresbetrag von 3,- Mark zu entrichten.

gez.:

1. Schützenmeister : Schmid

2. Schützenmeister : Mayer

Kassier : Schmid

 

 

Die nächste Änderung der Statuten wurde am 7. Dezember 1907 beschlossen. Dabei wurde im §6 der Samstag als Gesellschaftstag bestimmt. Bei §8 werden die Tiefschüsse mit einer 3000teiligen Maschine ermittelt.

Statuten der privileg. Zimmerstutzen-Schützen-Gesellschaft Eurasburg  um 1907

 

 

 

 

 

Daraus ist zu ersehen, daß im Jahre 1907 die erste Teilermaschine angeschafft wurde. Das Gerät war bis 1954 in Gebrauch. Der Samstag als Gesellschaftstag bzw. Schießtag wurde bis heute beibehalten. In der Satzung vom 7. Dezember 1907 erscheint der Verein als "priviligierte Zimmerstutzen-Schützen-Gesellschaft". Das Privileg konnte jedoch bis heute nicht aufgefunden werden. Früher waren Fest- oder Hochzeits-Schießen sehr selten. So sind bis zu Beginn des 1. Weltkriegs 1914 folgende Schießen verzeichnet. Ein Hochzeits-Schießen am 2. September 1906 mit 46 Schützen; der Name des Brautpaar's ist leider nicht erwähnt. Ein Festschießen am 4. August 1907 mit 52 Schützen; der Anlaß ist ebenfalls nicht bekannt.

 

 

Strohschießen am Faschingsdienstag, den 23.2.1909

hinten v.l.n.r. :
Jakob Altmann, Georg Moser, Johann Fichtner, Johann Wärl,
 Simon Poschenrieder und Benedikt Wammetsberger.
mitte v.l.n.r. :
Kaspar Pichlmayer, Johann Holzer, Johann Adlwarth,
Matthias Maier sen., Georg Klotz und Georg Fischhaber
vorne sitzend v.l.n.r. :
Josef Wunderl, Peter Goldhofer,
Georg Maier und Josef Klattenbacher.

 

 

Im Jahre 1910 fand für den Gastwirt und Herbergsvater Georg Maier ein Hochzeits-Schießen statt, bei dem sich 55 Schützen von Penzberg bis Wolfratshausen beteiligten. Im gleichen Jahr wurde Herr Maier auch zum 1. Schützenmeister gewählt. Am 10. und 17. August 1913 lud Eurasburg zu einem Festschießen. 59 Schützen aus der ganzen Umgebung haben daran teilgenommen. Der Grund dürfte wohl das 50-jährige Jubiläum der Schützengesellschaft gewesen sein.In der Schießsaison 1913/1914 zählte die Gesellschaft 21 Mitglieder. Mit Beginn des 1. Weltkriegs 1914 wurde der der Schießbetrieb eingestellt. Erst nach der Revolution 1918/19 konnte am 15. November 1919 wieder ein Schießen veranstaltet werden, der Samstag in den Wintermonaten wurde wieder zum Gesellschaftstag.

 

Schützengesellschaft Eurasburg 1920
oben stehend v.l. : H. Resenberger, G. Stückl, H. Griesbeck, Metzger beim Wirt, B. Maier.
mitte stehend v.l. : Peter Lang, K. Pichlmayer, Georg Maier, F. Sailer, M. Maier, M. Grünwald, Joh. Holzer,
Jos. Klattenbacher, Jos. Gabler, Aschauer, Math. Graf, Jos. Steigenberger,
 Kellnerin Zenzl, A. Ettenhofer, Max Renner.
sitzend v.l. : H. Maier, B. Wametsberger, A. Walleitner sen., S. Poschenrieder,
 L. Müller, Leonhard Graf, A. Walleitner jun.
liegend v.l. : G. Steigenberger, L. Walleitner

 

Am Sonntag, den 4. Dezember 1921 ehrten die Eurasburger mit einem Festschießen ihre beiden Jubilare Mathias Maier und Herrn Johann Wärl. Nach einer Ansprache wurde ihnen für 40-jährige Mitgliedschaft die Ehrenurkunde überreicht.

 

Der Grund für das am 15. August 1922 veranstaltete Schießen mit einer Beteiligung von 80 Schützen ist nicht festzustellen. Die Einlage betrug für jeden Schützen 50,-- RM. Beim Sylvesterschießen 1922 konte die Gesellschaft einen Kassenbestand von 845,-- RM verzeichnen. Die Inflation war auch im Kassenbuch ersichtlich. Beim Endschießen am 13. Februar 1923 betrug die Einlage nebst Zieler bereits 300,-- RM. Im Anschluß an das Endschießen wurde zu einer Sammlung für das Ruhrgebiet aufgerufen. 10.320,-- RM brachte der Obulus von 17 Schützen. 10.000,-- RM wurde für die Ruhrspende gegeben, der Rest kam in die Vereinskasse. Zur Ruhrspende wurde damals aufgerufen, um die streikenden Arbeiter im französisch besetzten Ruhrgebiet zu unterstützen. Erst nach der Inflation am Faschingsdienstag, den 5. Februar 1924 ist mit einem Strohschießen die Schießsaison wieder eröffnet worden. Jedoch war das Geld wieder knapp und die Kasse konnte oft nur -,70 bis 1,-- RM aufweisen, auch waren die Schießabende in der Regel nur von drei bis zehn Schützen besucht.

 

Am 5. Februar 1927 hat die Schützengesellschaft Eurasburg mit folgendem "Lodschreib'n" zum Faschingsball eingeladen.

 

 

 

Eurasburger Schützen
nach einem Preisschießen in den 30-er Jahren.
v.l.n.r. : Georg Maier, Josef Karl, Simon Poschenrieder,
Matthias Maier, Johann Grünwald und Hans Maier.
Im Vordergrund das Auto von Georg Maier, ein Brenabor.

 

Ab dieser Zeit bis 1939 fanden die Schießabende wieder reges Interesse. Der Beginn des 2. Weltkriegs setzte dann dem Vereinsleben ein vorläufiges Ende. Nach der Kapituation im Mai 1945 wurde auf Beschluss der Alliierten "Deutschland" und somit auch die Schützen entwaffnet. Aus Angst vor Repressalien wurden dabei auch viele Unterlagen der Gesellschaft vernichtet.

 

Am 23. September 1950 wurde in München der Bay. Sportschützenbund gegründet. Dadurch war den Schützengesellschaften für einen Wiederbeginn grünes Licht gegeben. Bereits am 19. November 1950 trafen sich in Bad Tölz die Delegierten der Landkreise und gründeten für Bad Tölz, Miesbach und Wolfratshausen den Schützengau.

Auf Anregung des Altschützenmeisters Martin Adlwarth, den Schießsport wieder aufleben zu lassen, wurde am 1. Januar 1951 zu einer Versammlung eingeladen. Das Protokoll hatte folgenden Wortlaut:

 

Beginn: 19:30 Uhr

Zur Neugründung der Schützengesellschaft Eurasburg trafen sich am Neujahrstag 1951 in der Gaststube "Alte Post" Eurasburg 18 Schießsport-Interessenten. Altschützenmeister Adlwarth eröffnete die Versammlung und begrüßte alle Erschienenen herzlichst. Er gedachte hierauf der im 2. Weltkrieg gefallenen und vermißten Mitglieder. Die Versammlung ehrte diese durch Erheben von den Sitzen. Hierauf wurde einstimmig beschlossen, die Schützengesellschaft Eurasburg wieder erstehen zu lassen und vorerst mit Luftgewehren alle Samstage in den Wintermonaten Schießabende abzuhalten. Als Vereinslokal wurde im Einvernehmen mit dem Besitzer das Gasthaus "Alte Post" in Eurasburg bestimmt.

Herr Johann Steigenberger und Herr Alfons Grünwald entboten sich, bis zur Erwerbung eines Vereinsgewehrs ihre eigenen Gewehre zum Schießen zur Verfügung zu stellen. Der Kauf eines vereinseigenen Luftgewehrs  wurde als unbedingt notwendig erachtet.

Die Wahl der Vorstandschaft ergab folgendes Bild:

1. Schützenmeister: Johann Grünwald jun.

2. Schützenmeister: Georg Fischhaber jun.

1. Kassier: Martin Zimmermann

2. Kassier: Josef Pretzner jun.

Schriftführer: Martin Adlwarth

Beisitzer: Alois Griesbeck und Johann Steigenberger

 

Alle Herren wurden von der Versammlung auf Vorschlag einstimmig gewählt. Die Aufnahmegebühr wurde auf 1,-- DM, der Jahresbeitrag auf 3,-- DM festgesetzt.Der 1. Schießabend soll am 6. Januar 1951 stattfinden. Der Versammlungsleiter dankte allen Schützen für das rege Interesse und forderte alle auf, sich recht zahlreich an den Veranstaltungen der Gesellschaft zu beteiligen. Hierauf schloß er die Versammlung.

Ende: 21:15 Uhr

 

Anschließend war man in der Gaststube noch gesellig beisammen. Bei dieser Gelegenheit stellte die Herbergsmutter Frau Anna Maier eine Stiftung von 65,-- DM zum Ankauf eines Luftgewehrs in Aussicht. Der Vorstand sprach im Namen der Schützengesellschaft den herzlichsten Dank aus. Mit der Spende von Fr. Maier wurde ein Repetier-Luftgewehr mit Rundkugeln gekauft. Schon beim 1. Gauschießen 1951 in Beuerberg gab das Gewehr den Geist auf.

 

Die Jahreshauptversammlung 1952 ergab für die Vorstandschaft eine Veränderung. Zum 1. Schützenmeister wurde Georg Fischhaber jun. und zum 2. Schützenmeister Simon Poschenrieder jun. gewählt. 1952 nannte sich der Verein "Kgl. priviligierte Schützengesellschaft Eurasburg", ableitend von der Satzung vom 7. Dezember 1907, in dem der Verein priviligierte Zimmerstutzen-Schützen-Gesellschaft zu Eurasburg benannt wird. Da ein Privileg nur vom Königshaus verliehen wurde, konnte man annehmen, dass Herr Regierungsrat Philipp Pfister Kgl. Hofsekretär bei König Ludwig II und nach dessen Tod bei Prinzregent Luitpold, dem Verein zu dieser Auszeichnung verhalf. Herr Pfister war ein eifriger Schütze und man vermutet, dass er auch zur Eurasburger Schützengesellschaft gehörte. Bei seinem Einstand auf Schloss Eurasburg veranstaltete er bei der priviligierten Feuerschützengesellschaft in Wolfratshausen am 26. und 27. August 1888 ein Scheiben-Schießen. Er war auch maßgebend bei den Anordnungen zum 7. Deutschen Bundesschießen beteiligt. Leider konnte das Privileg nicht mehr aufgefunden werden, so dass sich der Verein am 28. Mai 1963 unter der Nr. VR 81 in das Vereinsregister des Amtsgerichts Wolfratshausen eintragen ließ.

 

 

Die Hauptversammlung 1953 war bestimmt von dem Wunsch , eine Schützenkette anzuschaffen. Um eine Kette zu erreichen, wurde beschlossen bei den Eurasburger Bürgern um altes Silbergeld zu bitten. Gleich am nächsten Sonntag zogen der 1. und 2. Schützenmeister los, doch konnten nur drei bis vier Häuser besucht werden, denn die Sammler wurden in jedem Haus reichlich mit Schnaps, Wein und Bier bewirtet, und der Alkohol sich dann auch bemerkbar machte. Die Sammlung erbrachte ein gutes Ergebnis, so dass noch im selben Jahr die Kette bei Herrn Fritz Koch in Wolfratshausen in Auftrag gegeben werden konnte. Bei der Versammlung am Sonntag, den 28. Februar 1954 konnte der 1. Schützenmeister die baldige Fertigstellung der Schützenkette bekanntgeben. Bei dieser Versammlung wurden dann durch Zuruf folgende Schützen in den Festausschuss für das 90-jährige Jubiläum verbunden mit dem 4. Gauschießen gewählt: Fischhaber Georg, Poschenrieder Simon, Adlwarth Martin, Bollner Edmund, Bothe Heinz, Zimmermann Martin, Steigenberger Josef und Grünwald Hans jun. Am 20. März 1954 fand das erste Königsschießen statt. Etwa um 22:30 Uhr konnte der 1. Schützenmeister den ersten Schützenkönig in Eurasburg, Herrn Edmund Bollner, bekannt geben. Die Kette wurde ihm vom 1. Gauschützenmeister Hans Plötz überreicht.

 

Um das 4. Gauschießen durchführen zu können, mußte eine Schießanlage im Freien aufgebaut werden. Man entschloß sich, den Schießstand in die offene Kegelbahn im Wirtsgarten zu verlegen. Für den Scheibenstand und die Zieler musste aus Bimssteinen ein Stand errichtet werden. Die Steine hatte uns Herr Johann Bauer, der kurz vor seinem Hausbau stand, für diese Zeit ausgeliehen. Um die Fugen auszufüllen, verwendeten wir Schweisssand, den wir in letzter Minute vor dem damals großen Hochwasser am Loisachufer holten. Der Zielerstand musste auch noch überdacht werden. Durch tatkräftige Mitarbeit vieler Schützen konnte die Anlage mit 14 Ständen fristgerecht fertiggestellt werden. Weniger erfreulich schaute unsere Kasse aus. So hatten wir kurz vor Beginn des Gauschiessens nur noch einen Kassenstand von 2,58 DM. Um aber eine finanzielle Grundlage zu schaffen, wurde eine Sammlung in der Gemeinde und Geschäftswelt durchgeführt, welche ein großartiges Ergebnis brachte. Am 24. Juli 1954 um 14:00 Uhr wurde das Jubiläumsschießen mit drei Böllerschüssen eröffnet. 14 Tage lang knallten dann die Zimmerstutzen und Luftgewehre.

Der Höhepunkt des Jubiläums war am Sonntag, den 8. August, der folgenden Ablauf hatte:

6:30 Uhr Weckruf

9:30 Uhr Aufstellung zum Kirchenzug

10:00 Uhr Festgottesdienst in der Schloßkirche anschließend Gefallenenehrung

12:00 Uhr Mittagessen

13:00 Uhr Gartenkonzert

19:00 Uhr Preisverteilung anschließend Tanz

 

Bilder von der Preisverteilung

 

 

 

Bei der Preisverteilung konnte eine Rekordbeteiligung von 330 Schützen bekannt egeben werden. Se. Kgl. Hoheit Kronprinz Rupprecht von Bayern, der das Ehrenprotektorat übernommen hatte, konnte wegen der eingetretenen Hoftrauer am Fest nicht teilnehmen.Die Schützengesellschaft Eurasburg hat Sr. Kgl. Hoheit ihre Anteilnahme zu dem schweren Schicksalsschlag übermittelt, der ihn durch den Tod seiner Gemahlin, der Kronprinzessin Antonia, getroffen hat.

Folgende Schützenkameraden wurden für langjährige Mitgliedschaft ausgezeichnet:

Simon Poschenrieder sen.  50 Jahre

Johann Grünwald sen.  40 Jahre

Mathias Maier sen.  40 Jahre

Johann Maier  25 Jahre

Michael Graf  25 Jahre

Georg Steigenberger  25 Jahre

Die Ehrungen wurden von Gauschützenmeister Hans Plötz vorgenommen. 1. Gau-Einzelmeister wurde Franz Zimma aus Beuerberg.

 

   

Bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung am 27. Februar 1955 wurde dann der Tagesordnungspunkt Fahnenkauf zur Debatte gestellt. Nach teilweise heftigen Diskussionen für einen Fahnenkauf kam folgende Abstimmung durch Erheben der Hand zustande. Von 24 anwesenden Mitgliedern stimmten 18 dafür, 4 dagegen und zwei Enthaltungen. Die Vorstandschaft wurde beauftragt Angebote einzuholen. Damit war der Weg frei für eine baldige Fahnenweihe. Am 24. September 1955 wurde bei der Hauptversammlung über den Entwurf der Fahne abgestimmt. Die Abstimmung erbrachte 18 Für- und 2 Gegenstimmen. Die Fahne wurde bei der Fa. Fahnen-Auer, München, in Auftrag gegeben. Der 8. Juli 1956 wurde als Tag der Fahnenweihe bestimmt. Als Patenverein konnte die Schützengesellschaft Münsing gewonnen werden. Maria Maier vom Gasteig übernahm das Ehrenamt der Fahnenmutter. Die Ehrenjungfrauen waren Leni Graf, Stasi Adlwarth und Maria Maier. Die Blaskapelle Beuerberg wurde als Festmusik bestimmt. Es war ein schönes Bild, als an diesem sonnigen Sonntag die Musikkapelle zum Weckruf durch das Dorf marschierte. Um 9:00 Uhr wurde der Kirchenzug aufgestellt und dann bewegte sich der Zug über den steilen Schloßberg hoch zur Kirche. Die Fahnenweihe vollzog H.H. Pfarrer Ferd. Pöllinger. Die Beuerberger Kapelle umrahmte den Gottesdienst mit der Deutschen Messe von Franz Schubert. Die Festrede hielt Altschützenmeister Martin Adlwarth.  Um 14:00 Uhr kündigten Böllerschüsse den Beginn des Festzuges durch den Ort an. Leider fiel ein Schatten der Trauer auf diesen Festtag. Nach Beendigung des Festzugs brach der Fahnenträger der Wolfratshauser Schützen tot zusammen. Daraufhin wurde die vorgesehene Tanzveranstaltung abgesagt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Beim Gauschießen 1956 in Königsdorf wurde Hans Maier jun. Gauschützenkönig. Durch ihre guten Leistungen qualifizierten sich beim Gauschießen 1959 Adlwarth Martin, Maier Hans II und Steigenberger Michael sowie 1960 Adlwarth Martin, Fischhaber Georg, Grünwald Alfons, Maier Hans II und Steigenberger Michael für die Gaumannschaft zum Oktoberfest-Landesschießen. Vom 2. Januar bis 9. Januar 1960 wurde das erste Dreikönigsschießen abgehalten. Es beteiligten sich 162 Schützen. Im Saal der Gaststätte zur Post waren 7 Zugstände aufgebaut. Zwischen Schießstand und Scheiben bildeten Fichtenbäumchen und präparierte Waldtiere die Dekoration.

Ebenfalls gut besucht mit 167 Schützen war auch das 2. Dreikönigsschießen vom 6. bis 14. Januar 1961. In der außerordentlichen Mitgliederversammlung am 18. Februar 1961 konnte Frau Rosa Grünwald als erste Frau in die seit 97 Jahren bestehende Schützengesellschaft aufgenommen werden. Heute (1989) sind bereits 30 Frauen Mitglieder unseres Vereins. Das 3. Dreikönigsschießen vom 5. bis 13. Januar 1962 verzeichnete wieder eine Teilnahme von 152 Schützen. In der Jahreshauptversammlung am 27. Oktober 1962 wurde Edmund Bollner zum 1. Schützenmeister gewählt, nachdem sich der bisherige Schützenmeister Gorg Fischhaber nicht mehr zur Wahl stellte. 170 Schützen beteiligten sich am 4. Dreikönigsschießen vom 4. bis 12. Januar 1963.

 

In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 20.April 1963 wurden die ersten Weichen zum 100-jährigen Jubiläum, verbunden mit dem 14. Gauschießen gestellt. Für den Festausschuss wurden folgende Mitglieder bestimmt: Alfons Grünwald, Josef Steigenberger, Mathias Fischhaber, Albert Griesbeck, Max Spitlbauer und Bürgermeister Hans Maier. Trotz der bevorstehenden Arbeit für das Jubiläum wollte man das 5.Dreikönigsschießen vom 4. bis 11. Januar 1964 nicht ausfallen lassen.

 

 

Am 8. Mai 1964 musste eine außerordentliche Mitgliederversammlung angesetzt werden. Einziger Punkt der Tagesordnung war die Wahl eines neuen Schützenmeisters, da der amtierende Schützenmeister aus persönlichen Gründen kurz vor dem Fest zurückgetreten ist. Der frühere Schützenmeister Georg Fischhaber wurde von der Versammlung vorgeschlagen und einstimmig gewählt. Für das 14. Gauschießen wurde der 1. mit 15. August 1964 bestimmt. Am Sonntag den 16. August soll das Jubiläum und die Preisverteilung den Abschluss bilden. Als Schießanlage stellte uns die Fa. Sebald Rieger das im Rohbau fertige Werkstattgebäude zur Verfügung. 

 

Es blieb aber noch viel Arbeit, um eine von der Behörde genehmigte Schießanlage zu errichten. Unser Schützenkamerad Hans Maier II, stattete unsere Anlage mit 15 selbstgebauten elektrischen Zugständen aus. Es war das erste Gauschießen mit elektrischen Zuständen. Das Ehrenprotektorat für das Fest übernahm der Schlossherr Kurt Wolf. Das 14-tägige Gauschießen nahm einen guten Verlauf und wurde von 302 Schützen besucht. Der Jubiläumstag am 16. August begann um 7.00 Uhr mit dem Weckruf. Um 9.00 Uhr marschierten die Vereine zur Feldmesse vor der Schlosskirche.

  

 

 Der Höhepunkt der Feier begann um 13.30 Uhr mit dem Festzug durch das Dorf. Voran der Jubelverein mit seiner Festkapelle, dahinter eine Schützenabteilung aus Krefeld mit ihren schmucken Uniformen. 

 

Es folgten die Isarlust-Schützen aus Nantwein, die Schützengesellschaften mit ihren Fahnen von Endlausen, Schalkofen, Aufhofen, Königsdorf mit eigener Kapelle, Wolfratshausen, Waldram, Walchstatt, Hohenschäftlarn, Dorfen, die Gebirgsschützenkompanie Beuerberg mit Spielmannszug, Beuerberg-Stamm, Weidach-Alt, Höhenrain, Münsing, Großdingharting und Holzhausen. Die örtlichen Vereine bildeten den Abschluss. In der festlich geschmückten Kutsche saßen neben unserem Ehrenprotektor Kurt Wolf, Ehrengauschützenmeister Hans Plötz, Altbürgermeister Hans Maier sowie Ehrenmitglied Johann Grünwald. Anschließend an den Festzug war in der Schießhalle die Preisverteilung des 14. Gauschießens. Der Festtag fand mit einem Schützenball seinen Ausklang.

 

Wegen Umbauarbeiten in der Gaststätte musste das Dreikönigsschießen für 1965 gestrichen werden. In der Hauptversammlung am 6. November 1964 wurde ein Gegenbesuch in Krefeld zum 75-jährigen Stiftungsfest vom 3. bis 6. September 1965 beschlossen. Es wurde festgelegt, dass der Schützenverein mit Blaskapelle und einer Abordnung des Trachtenvereins nach Krefeld fährt. Am Morgen des 3. September reisten die Eurasburger mit der Bahn nach Krefeld. Während der Fahrt floss reichlich Bier, sodass der Speisewagen an mehreren Haltepunkten sein Depot neu auffüllen musste. Etwa um 17:00 Uhr kamen wir in Krefeld an, und zogen trotz Polizeiverbot wegen des Berufsverkehrs mit unserer Blasmusik durch die Stadt.

Beim Festabend im Schützenzelt brach vor dem Musikpodium plötzlich der Fußboden durch, der aber Dank unserer Fachkräfte schnell repariert war. Am Sonntag fand dann ein großer Festzug statt, der uns großen Beifall brachte. Nach drei erlebnisreichen Tagen sind wir am Montagabend wieder in Eurasburg  angekommen.

 

  

Beim Gauschießen 1965 in Königsdorf wurde Bernhard Bauer Gaujugend-Schützenkönig. Am 15. Januar 1966 wurde Mathias Fischhaber neuer Schützenmeister. Dann kamen für unseren Verein unangenehme Zeiten. Die Schießstandverhältn isse wurden immer schlimmer. So mussten wir die Anlage vom ehemaligen Saal in einen ungeheizten Raum, der für eine Kegelbahn vorgesehen war verlegen. Dieser Raum war ungemütlich und sehr kalt, so dass manche Schützen den Vereinsabenden fernblieben. Bei der Ausschusssitzung am 26. Oktober 1967 wurde uns vom Gastwirt Herrn Hüller mitgeteilt, dass wir die derzeitige Schießanlage nicht mehr benützen können, da die Kegelbahn fertig gebaut und in 2 Monaten in Betrieb gehen soll. Als Ausweg bot er einen alten Kellerraum an, der nur durch eine Kellerluke zu erreichen war. Dieser Vorschlag war praktisch nicht durchführbar, so dass wir uns um eine andere Bleibe umsehen mussten. Der Sportverein Eurasburg machte uns das Angebot, in seinen Räumen eine Anlage zu errichten. In der Hauptversammlung am 4. November 1967 bei 32 Anwesenden, wurde mit 31 Stimmen das Angebot angenommen. Am 25. November 1967 war der erste Schießabend in der Sporthalle.

 

Doch die Freude währte nicht lange, denn bereits am 1. April 1969 musste die alte Sporthalle abgebrochen werden, um für den Schulhausneubau Platz zu schaffen. Für etwa ein Jahr war der Schießbetrieb unterbrochen. Beim Bau der neuen Sporthalle beteiligte sich auch der Schützenverein. Am 9. Mai 1970 war es dann soweit, die neue Sporthalle konnte eingeweiht werden, und am 10. Oktober 1970 war Platz für 10 Schießstände, die Schwierigkeit war jedoch, dass wir nach jedem Schießen die Anlage abbauen mussten, um der Tischtennismannschaft Platz zu machen. Am 31. Oktober 1971 übernahm Adolf Weile das Schützenmeisteramt. 1972 kaufte der Verein bei der Fa. Schwenk in Beuerberg eine neue Teilermaschine. Für 50 Jahre Mitgliedschaft ehrte der Verein bei der Hauptversammlung am 13. Oktober 1973 Herrn Michael Graf mit der goldenen Ehrennadel. Die erste Weihnachtsfeier war am 8. Dezember 1973 und wurde ein großer Erfolg, so dass beschlossen wurde, sie alle Jahre durchzuführen. Die Gesellschaft hat am 24. September 1977 Georg Fischhaber zum Ehrenschützenmeister ernannt. In dieser Hauptversammlung wurde auch der bargeldlose Bankeinzug der Mitgliedsbeiträge eingeführt. Unser Nachbarverein Enzian-Achmühle, der durch die Stilllegung der Gaststätte Berg keine Herberge mehr hatte, schloss sich ab der Schießsaison 1978/79 unseren Vereinsabenden an.

 

Die Schützengesellschaft schaffte sich 1978 neue Uniformen an, um bei Prozessionen und Festzügen ein einheitliches Bild abzugeben. Am 20. September 1980 wählte die Gesellschaft Alfons Grünwald zum Schützenmeister. Durch den Beschluss der Gemeinde ein Rathaus zu bauen, tat sich für den Verein eine neue Möglichkeit auf. Die ersten Gespräche mit der Gemeinde und dem Architekten Herrn Jakob Bader für einen Einbau einer Schießanlage wurden bereits 1981 geführt. Bei der Hauptversammlung am 8. März 1983 wurde Günter Winterhalter einstimmig zum Schützenmeister gewählt und Simon Poschenrieder für seine 31-järige Tätigkeit als 1. Kassier besonders geehrt. Im Sommer 1984 begann der Einbau unserer Schießanlage im Rathaus. 10.711,-- DM mussten für den Ausbau aufgewendet werden, wovon 1/3 der Kosten Enzian-Achmühle übernommen hat. Mit dem Eröffnungsschießen am 20. Oktober 1984 wurde die Anlage ihrer Bestimmung übergeben. Nun war endlich eine Anlage gebaut, die das ständige Auf- und Abbauen erübrigte.

 

Nun stehen der Gesellschaft 8 elektrische Zugstände zur Verfügung, die bei Bedarf auch schnell abgebaut werden können und hinter einer schmucken Holzwand vollständig verschwinden. Da im Rathaus kein Wirt zur Verfügung steht, wird die Bewirtung von Mitgliedern der Gesellschaft und deren Frauen durchgeführt, was sich bisher sehr gut bewährt hat. 1986 startete eine Mannschaft in der D-Klasse der Rundenwettkämpfe und schaffte nach einem Jahr den Aufstieg in die C-Klasse, wo sie sich bis heute im Mittelfeld befindet.

 

Für unsere Jugend wurde 1986 eine eigene Schützenkette angeschafft, um das Königsschießen auch für die Jungschützen attraktiver zu machen.

 

Vom 7. April bis 16. April 1989 wurde aus Anlass des 125-järigen Jubiläums ein Preisschießen durchgeführt,  das von 490 Schützen besucht wurde. Die Auswertung der Schießergebnisse erfolgte zum ersten Mal in unserem Schießen elektronisch und mit EDV-Anlage, so dass 15 Minuten nach Schießende bereits die ganzen Preisträger feststanden. Am 23. April wurde mit der Preisverteilung die Schießveranstaltung beendet.

 Verfasser : Georg Fischhaber (im Jahre 1989)

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